DiBiSo

DiBiSo-Team = Diddi (Fahrer/Läufer) und Birgit (Betreuerin) Sonntag
Powerd by BikePoint Dresden + Stevens-Bikes + Renault-Friedewald Dresden

An dieser Stelle möchte ich darüber schreiben was meinen Sport für mich aus macht. Ihr findet aktuelle Rennberichte und noch so einiges was es zum Thema zu berichten gibt. Seit 2005 betreibe ich Radsport mit dem Mountainbike und nehme an diversen Rennen teil. Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg sind meine Reviere. Dafür trainiere ich neben meinem Job intensiv, seit 2010 mit meinem Personalcoach Harald Harnisch. Das hat mich ein gutes Stück voran gebracht. Im Rennen und im Training verwende ich Bikes von Stevens aus Hamburg. Die Jungs vom BikePoint Dresden machen einen super Support und helfen mir bei der Lösung von Problemen der technischen Seite des Sports. Natürlich funktioniert alles, Familie, Arbeit, Training und Wettkampf nur mit einer verständnisvollen Partnerin - Birgit - Teil zwei unseres kleinen Teams. Sie ist meine unverzichtbare rechte Hand, sie hält mir den Rücken frei und ist eine zuverlässige Hilfe bei den Rennen. Gute Gesamtplatzierungen und den einen oder anderen Podestplatz in der Altersklasse sind meine Ziele. Es macht Spaß, auch im sechsten Lebensjahrzehnt. Sport Frei !

Donnerstag, 18. August 2011

Erzgebirgs Bike Marathon - Seiffen 06.+ 07.08.2011

Knapp daneben ist auch vorbei

Zwei Tage im schönen Städtchen Seiffen sind nun wieder Geschichte, der älteste und einer der größten Mountainbikemarathons sind vorüber. Wie die Jahre vorher sind wir schon am Samstag nach Seiffen gefahren, um die Startunterlagen abzuholen. Man spart sich den Streß vom Sonntagmorgen. Bei über 1000 Startern ist das schon ein ganz schönes Gewusel.
Aber um ein Haar wäre das fast nicht möglich gewesen. Am Donnerstagabend als ich von meiner Trainingsrunde zurück kam, hat es mich heftig geankert. In einer Abfahrt auf Asphalt ( für Kfz gesperrt ) fuhr ich, zugegebenermaßen nicht gerade langsam, bergab. Im unteren Teil, fast schon wieder auf dem Geraden, liefen zwei junge Damen, beide drehten sich nach mir um und nahmen mich auch war, zogen links an, für mich das sichere Zeichen rechts vorbei zu fahren. Als ich auf ca. 5 Meter ran war, machte die rechte von Beiden einen Schritt nach rechts. Mit auf nassem Untergrund blockierten Rädern hatte ich die Wahl zwischen der Dame und der Hecke. Ich entschied mich für die Hecke, fädelte mit dem Lenker ein und ging Kopfüber auf die verdammt harte und rauhe Straße. Beide Damen waren kreidebleich und sichtlich erschrocken. Mein Adrenalinspiegel ließ mich zuerst keine Schmerzen spüren, nur das Blut an diversen Stellen sah schon bischen gefährlich aus. Es waren aber zum Glück nur alles oberflächliche Schürfwunden. Ich gab mir selbst die Schuld, um die Beiden nicht der Ohnmacht näher zu bringen. Am Rad gab es zum Glück nur minimalen Schaden. Ich habe mich sehr über die Aktion geärgert, hatte ich mich doch so auf Seiffen gefreut. Nach dem Verarzten der Wunden sollte also einem Start nichts mehr im Wege stehen.
Am Samstag findet immer um 18.30 Uhr der Bergsprint am Alp de Wettin statt. Da war ich bisher nur Zuschauer und nun stand in der Ankündigung, daß es eine Altersklassenwertung beim Bergsprint geben sollte. Also in Seiffen waren wir nun schon, warum nicht auch mal so was mitfahren. Zumal ich beim Bergzeitfahren in Kipsdorf, in meiner AK, auch ganz erfolgreich war. Es gab offiziel 60 Startplätze und ich hatte die Nummer 57 erhalten. Gestartet wurde im Minutenabstand und man hatte ca. 500 Meter mit bis zu 20 % Steigung zu absolvieren. Am Start waren fast nur die Craks aus der Mountainbikeszene. Ein weiterer Starter war augenscheinlich in etwa meinem hohen Lebensalter. Ich fuhr mich ordentlich warm und fuhr auch einmal zum Versuch den Berg hoch. Klappte ganz gut und ich fand die passende Übersetzung. Bis zu meinem Start zog es sich doch ganz schön in die Länge und so versuchte ich immer in Bewegung zu bleiben. Bei weitem nicht so professionell wie die Spitzenkräfte, die bis zum letzten Moment auf der Rolle ihre Aufwärmung betrieben. Nun war es so weit und ich stand in der Startbox, allein schon beim Gedanken schießt der Puls in die Höhe. Der Countdown piepste und ab. Für mich ging der erste Versuch beim warm fahren leichter von der Wade. Aber ich kämpfte.





Ein unbeschreibliches Gefühl durch die Zuschauermassen zu fahren, der Weg sonst 3 Meter breit, wird durch die Anfeuerungen der Zuschauer zu einem 50 cm breiten Pfad. Da stehen einem die Nackenhaare zu Berge. Ich erreichte den Gipfel in einer Zeit von 2 : 07 min. Fast lustig, wenn man die Siegerzeit von 58 sek. sieht, aber leider wiege ich nicht 60 kg und bin eben auch doppelt so alt wie der Sieger. Respekt vor deren Leistung. Und trotzdem noch Platz 39 von letztendlich 62 Startern.In meiner Altersklasse belegte ich den 2. Platz.  Es war eine schöne Erfahrung. 

Übrigens, daß Wetter war am Samstag genial, Sonne und Wärme.

In der Hoffnung der Wetterbericht möge sich irren, fuhren wir am Sonntag gen Seiffen. Angekündigt war natürlich wieder der ja in diesem Sommer schon nicht mehr wegzudenkende Regen. Aber selbst ohne das Wasser von oben, war es klar, daß es hier keine Spazierfahrt wird. An bestimmten Passagen im Seiffener Wald muß es 14 Tage nicht geregnet haben, da sind immer nasse Stellen. Da es aber die letzten Tage immer mehr als Regen gab, war eine Schlammfahrt schon vorauszusehen.
9.00 Uhr war der Vorstart am Festplatz angekündigt. Es wurde in Startgruppen gestartet, ich war in Startgruppe 1 (Race,Elite,1,2,3).






Die Startgruppe richtete sich nach dem Vorjahresergebnis. Also die Startposition war schon mal eine gute. Von da ging es bergab über die Wettiner Höhe ins Städtchen. Das geht erfahrungsgemäß immer sehr zäh und es gibt Unzählige die meinen, da schon das Rennen vorentscheiden zu können.




Im Ort wurde dann fliegend in die Einführungsrunde scharf gestartet. Es ging dann auch gleich eine schöne lange Steigung auf der Straße voran. Sehr gut zog sich das Feld auseinander und zum Ende der Steigung konnte ich schon einige Plätze gut machen.


Alsbald ging es auf die eigentliche EBM Runde und was geahnt war traf ein, es war alles andere als ein trockener Kurs. Naja es scheint ja in diesem Jahr langsam zur Gewohntheit zu werden. Die erste Runde lief den Umständen entsprechend normal.











Was mir diesmal besonders auffiel, es waren jede Menge weibliche Teilnehmerinnen am Start und komischerweise bot sich mir immer wieder die Gelegenheit, zumindest kurzzeitig, so seine Studien von den Amazonen zu treiben. Schön anzusehen ;-)




Irgendwann wurde das Wetter wieder normal und es fing an zu regnen. Naja die in letzter Zeit üblichen Bedingungen eben, so kam das Wasser nicht nur von unten, sondern ab jetzt auch von oben.








Aber alle haben die gleichen Bedingungen, nur leider spielte mir wieder die Technik einen Streich. An einem langen Anstieg, kurz bevor es die Abfahrt in den Seiffener Grund geht, verharkte sich mein Umwerfer und stand zwischen zwei Kettenblättern und so hatte ich nur noch eine halbe Kurbelumdrehung Vortrieb und eine halbe Leerlauf. Schalten ließ sich nichts mehr. Nach verzweifelten Reparaturversuchen, im Regen, mit angelaufener Brille und verschlammten Händen, entschloss ich mich, zumindest einen Teil des Anstieges, zu Fuß zu gehen.


Leider sind dort einige Leute an mir vorbei gefahren. Wie sich später heraus stellte, sollte ich dort wertvolle Zeit verloren haben. Nach der Abfahrt in den Seiffengrund war eine Verpflegungstelle und es stand einer mit dem Kärcher bereit. Dieser freundliche Helfer befreite meine Schaltung von allem Übel und danach ging wieder alles, als ob nichts gewesen wäre. So konnte ich wieder angreifen und auch einiges an Boden gut machen. Die letzte Anstrengung am Alp de Wettin war genommen und die Vorfreude auf die Zieldurchfahrt wurde größer.





Nach der Zieldurchfahrt gab es noch den Fototermin bei den Boxenludern.



Birgit hat sich dann für mich an der Bikewäsche angestellt und ich konnte mich salonfähig machen. War wieder eine beachtliche Kruste, zum Glück aber nicht festgetrocknet. Als ich wieder auf dem Festplatz ankam waren auch schon die ersten Ergebnislisten ausgehangen, doch leider wurde ich von meiner Leistung enttäuscht. Ich konnte "nur" den vierten Platz in meiner Altersklasse erreichen. Was aber schlimmer war, zum 3. Platz fehlten 2 Minuten, zum 2. Platz 4 Minuten. Schade, aber ich will nicht alles auf die Technik schieben, alle waren bei selben Bedingungen unterwegs. Wenigstens habe ich mit dem Gesamtplatz 100 die Startgruppe 1 für das nächste Jahr gesichert. Mit einer Gesamtzeit von 3:47:38 war ich 14 Minuten schneller als im Vorjahr. Da waren vergleichbare Bedingungen.

Mit einigem Abstand betrachtet war es doch ein schönes Mountainbikewochenende. Gefreut habe ich mich über die guten Platzierungen der restlichen BikePointler. Mein größter Respekt geht an Anna, sie ist mit Singlespeed über 100 km auf dem 2. Platz ihrer AK gelandet.


Das Torgauer MTB Rennen wird nun auf dem Fuß folgen, ganz andere Strecke und vielleicht mal trockene Bedingungen. Ich drücke die Daumen.

Sport-Frei  Diddi

Veranstalter Hompage

Montag, 11. Juli 2011

4. Frauensteiner 2 Stunden Mountainbikerace 10.07.2011

                                                     In Memoriam Heinz


Meinen feinen 3. Platz bei diesem Rennen möchte ich in Gedanken meinem, am letzten Dienstag verstorbenen, Schwiegervater widmen. Er hat mich immer gefragt wie es gelaufen ist und sich mit mir gefreut oder gelitten.

Wie kam es nun zum 3. Platz. Durch die Nähe zum Veranstaltungsort Frauenstein konnten wir den Sonntag recht entspannt angehen. Na gut sonntags 6.00 Uhr aufstehen ist vielleicht auch nicht jedermannes Sache, aber wir konnten noch zu Hause frühstücken. Wir waren rechtzeitig da und konnten uns so wieder einen günstigen Parkplatz sichern, immer die Burg Frauenstein im Blick.


Ausrichter der Veranstaltung war der Motorsportclub Frauenstein. Mal was ganz anderes, aber mit viel Herzblut organisiert. Es gehört schon eine Menge Enthusiasmus dazu, so etwas zu veranstalten, man muß ja auch etliche Leute auf die Beine bringen die mit helfen. Durch das schöne Wetter waren auch jede Menge Starter gekommen und natürlich deshalb auch viele Nachmelder. Das will bewältigt werden. Danke an das Team vom MC Frauenstein.



Nach dem üblichen Prozedere, Abholung der Unterlagen, Umziehen, Rad checken sollte es um 10.00 Uhr los gehen.




9.30 Uhr war noch mal Fahrerbesprechung am Vereinshaus. Der Cheforganisator macht noch kurz auf paar wichtige Sachen aufmerksam. So sagte er, die Strecke ist noch relativ nass. Ein weiterer Punkt war die Bitte auf die Kinder Rücksicht zu nehmen, welche zeitgleich mit uns starten sollten. Dazu später noch was. Die Startaufstellung war dann an einer anderen Stelle. Da ich dort zum ersten mal am Start war, musste ich erst mal schauen, wo es lang geht. Aber der Mensch ist ja ein Herdentier.

"Wo geht`sn hier zum Start ?"


Letztendlich konnte ich mich dazwischen schmuggeln und traf auch gleich ein paar bekannte Gesichter. So schwatzten wir noch mal über die Tage von Altenberg. In der Startaufstellung standen mitten zwischen den ambitionierten Leuten die Kinder, die ebenfalls am Rennen teil nahmen. Das wäre auf alle Fälle ein Kritikpunkt an den Veranstalter. So was geht nicht. Es ist so schon immer ein Gedränge auf den ersten hundert Metern. Pünklich um 10.00 Uhr ging die Post ab. Es waren zwei Stunden zu fahren, auf einer ca. 5 km langen Runde, Prinzip, wer die meisten Runden hat, gewinnt. Die Altersklasse in der ich hier startete ging ab 46 Jahre bis oben end. So orientierte ich mich halt an den bekannten und unbekannten Gesichtern. Ich fuhr mit einem der schon in Altenberg mit am Start war. Ich bin komplett die erste Runde hinter ihm gefahren, ich dachte so kann ich mich an seiner Linienwahl orientieren, was aber nicht immer gut war.


Mir fielen wieder die Worte des Organisators ein, feuchte Strecke und so. Na gut die letzten beiden Veranstaltungen waren um Welten feuchter. An manchen Stellen war es aber trotzdem ein ganz schönes "Rumgeeire". Auf Grund der Temperaturen und der Großwetterlage hatte ich mich für Trockenreifen entschieden, ging aber im Großen und Ganzen.

Gleich zu Beginn der zweiten Runde habe ich mich dann an der ersten Steigung vom Kollegen verabschiedet und konnte mein Tempo fahren. Es gab eigentlich nur zwei Stellen, wo man das Gas mal raus nehmen konnte. Im laufe der Zeit kam ich, wie üblich, immer besser in Schwung und konnte viele Plätze gut machen. Durch die kurzen Runden kam ich natürlich auch sehr oft an meiner persönlichen Verpflegungsstelle vorbei. Wir hatten uns vorher schon eine Strategie abgesprochen, welche wir aber im laufe des Rennens operativ noch veränderten. Hat alles super funktioniert.


Kleinere Problemchen gab es beim Überrunden, da läßt man selbst immer Zeit liegen. Die Kinder und Jugendlichen fuhren genau wie die "Großen" auch zwei Stunden. Das hätte man vielleicht auch kürzer machen können. Nach einer klaren Ansage auf welcher Seite man vorbei fährt, gab es aber immer Platz dafür. Man mußte nur eben manchmal warten bis sich überhaupt eine Stelle zum überholen fand. Das macht aber vielleicht auch den Reiz einer solchen Veranstaltung aus. So weit ich es mitbekommen habe, wurde ich selbst nur von zwei Drahtbeinen überrundet. Nach 7 Runden erreichte ich nach 2:01 das Ziel, daß war eher Zufall, daß es mit der Zeit genau so ging. Ich wäre auch noch eine Runde gefahren, Kraft war ausreichend vorhanden und die Strecke trocknete auch  ab und ließ sich besser fahren.



Den Zielsprint konnte ich nicht perfekt durchziehen, durch die Schlammpackung war mein Ritzelblock nicht mehr der fitteste und die Kette sprang hin und her. Sonst hätte ich noch einen Gesamtplatz gut machen können, es war aber kein Kollege der mein AK Ergebnis beeinflußt hätte. Nach der Zieldurchfahrt habe ich dann noch die Muskeln beim Ausfahren runter gekühlt. Das Rad hat auch wieder eine ordentliche Packung abbekommen, aber seinen Dienst zur vollsten Zufriedenheit getan.


Durch das große Starterfeld verzögerte sich die Siegerehrung um eine halbe Stunde. Ich war mir nicht ganz sicher, ob ich warten sollte. Ich hatte zwar ein gutes Gefühl, aber durch den Schnitt der AK Wertung bei 46 Jahren nicht ganz einfach. Die ältesten des Feldes wurden wie üblich zum Schluß geehrt und ich habe mich sehr gefreut als mein Name verlesen wurde und ich das Treppchen besteigen durfte. Durch unser hohes Lebensalter, die Anstrengungen des Tages und der Höhe des Podiums mußten wir uns gegenseitig stützen beim Besteigen selbigens ;-))




Zufrieden traten wir die Heimreise an. Jetzt bin ich ehrlich gesagt auch ein wenig froh, daß die letzten drei Wochen Geschichte sind und die nächsten 3 Sonntage ohne Rennen ablaufen werden. Es ist ja nicht nur das Rennen als solches, sondern auch die damit verbundenen Vor- und Nachbereitungen. Am 07.08.2011 wartet nun Seiffen, für mich auch ein weiterer Saisonhöhepunkt. Dort ist es immer was ganz besonderes, die vielen Starter und vor Jahren war das auch mein erstes Rennen überhaupt.

Sport Frei - Diddi

Veranstalterhompage



Montag, 4. Juli 2011

Kamm-Bike-Cross Johanngeorgestadt 03.07.2011

Schlümm - Schlimm mit "ü" kommt von ÜBELST

In der Hoffnung der Wetterbericht möge sich irren, begaben wir uns am Samstag zur Nachtruhe. Am Sonntag Morgen, beim Blick aus dem Fenster, wurde zur Gewissheit, der Wetterbericht stimmt und ein Blick auf das Regenradar verbesserte die Stimmung nicht. Also war die Auswahl des Rades (M8) und der Bereifung klar und so gingen wir darauf vorbereitet in die Spur (für Insider-mit 2 Paar Schuhen). Die Autobahnfahrt war entspannt, vom Wetter mal abgesehen und ließ vermuten, der Regen war schon eine ganze Weile präsent.


Während der Fahrt erinnerte ich mich daran, das es im letzten Jahr dort 35°C hatte und das uns, bei den Ortsdurchfahrten, die Feuerwehren mit Wasser voll spritzten um die Temperaturen besser zu verkraften. Dieses Jahr zeigte das Thermometer in Johanngeorgenstadt 7°C. Da musste ich an den langen kalten Winter denken und daran wir wir uns freuten, als das Thermometer mal 7°C anzeigte.  So verschieden kann das sein. Durch unsere recht zeitige Anreise konnten wir direkt am Loipenhaus in Johanngeorgenstadt parken. Im schon unter Wasser stehenden Festzelt nahm ich meine Startunterlagen in Empfang. Bei der Anmeldung sagte die Sportfreundin, die Fahrer der 69 km Strecke ( es gab noch 23 und 46 km zur Auswahl ) sollten sich 9.30 Uhr noch mal erkundigen ob die Strecke überhaupt gefahren wird. Man hatte erwägt diese Distanz abzusagen. Es wurde aber letzt endlich doch bestätigt. Nach kürzester Vorbereitung war 9.45 Uhr Aufstellung zum Vorstart am Loipenhaus



Vom Loipenhaus ging es auf einer Einführungsrunde durch die Stadt zum Platz des Bergmannes, wo der scharfe Start erfolgen sollte. Zum Glück waren nur wenige Minuten bis 10.00 Uhr, so mussten wir, jetzt schon durchnässt, nicht so lange warten. Startschuss und ab. Ein absolutes Missgeschick unterlief dem Kollegen der direkt neben mir stand. Beim ersten straffen Tritt ins Pedal riss ihm die Kette. Das ist fast so, als wenn der Cleat am Schuh plötzlich nicht mehr da ist. Man kennt es. Es ging dann gleich die erste lange Steigung in den Wald, vorbei am Loipenhaus. So zog sich das Feld schön auseinander. Der Regen ließ nicht nach.


Nach dieser Auffahrt auf Asphalt bekamen wir alsbald den gewohnten Untergrund für unsere Stollenreifen. Doch so gewohnt war der Untergrund dann doch nicht. Was folgen sollte war eine übelste Schlamm- und Wasserschlacht. Das Wasser wusste auch nicht mehr wohin. Auf den geraden stand das Wasser, die Singletrails waren Schlammorgien, die Abfahrten waren genau so kraftraubend, wie die Steigungen. Hochkonzentriert musste man versuchen die richtige Linie zu treffen. Geschwindigkeit schafft Stabilität ist zwar im Normalfall ganz richtig, aber bei so unberechenbaren Bedingungen trifft das eben nur zum Teil zu. Vorausschauend hatte ich in meine Wasserflaschen diesmal kein Iso, sondern nur Wasser gefüllt. So konnte ich außer trinken ab und zu mal eine Brillendusche vollführen. Brille war auch so ein Thema. Brille ja oder nein ? Ich entschied mich richtigerweise für die Brille, hatte zwar deshalb größtenteils nur noch ca. ein drittel Durchblick, Schlamm und Wasser von außen, z.T. beschlagen von innen, aber ich sah überhaupt noch was. Am Bild kann man sehen was sonst alles in den Augen gelandet wäre.


69 km war meine Distanz und ich sollte drei Runden fahren, meine persönliche Verpflegungsstation wartete kurz nach der Rundendurchfahrt.




Hat alles super geklappt, danke für die Klasse Unterstützung, auch vor und nach dem Rennen. Es ist absolut hilfreich, wenn es jemand gibt der auch nur mal was hält oder was weg bringt u.s.w. Was einem auch leid tun konnte waren die Streckenposten, die bei so einem Wetter auf einem Fleck stundenlang ausharren müssen. Das ich deren Motivation noch brauchen sollte, wurde mir in der letzten Runde bewusst. Die Strecke saugte mir die Kraft aus Armen und Beinen, es war ein ganz schöner Kampf. Ein Abschnitt der Strecke ging für mich, wie für viele andere, sowieso nur zu Fuß. Sonst musste ich aber nicht einmal unsanft vom Rad, bin aber  irgendwann nur noch auf ankommen gefahren. Da die Streckenposten sahen wir wir verschlissen, gab es so aufmunternde Sprüche "gleich geschafft" oder "nur die Harten komm in`n Garten". Als ich in der letzten Runde dann irgendwann wieder die Lautsprecherdurchsagen vom Start / Zielbereich hörte, war es für mich so ähnlich, wie für jemanden der tagelang im Meer treibt und irgendwann Land sieht. Zieldurchfahrt und Glücksgefühl.


Dann gab es die entspannte Bike and Man Wäsche. Zuerst das Rad, dann ich, war eh alles egal, nur das Wasser war verdammt kalt. Birgit hat mich dann von hinten abgespritzt und so war der abendliche Klamottenwaschgang schon gut vorbereitet.



Für alle drei Strecken gab es, glaube ich, 215 Anmeldungen. Im Ziel  auf unserer Distanz waren ganze 14 Leute angekommen. Und ein zweiter Platz in der Altersklasse ist auch noch raus gesprungen, was mir aber zu diesem Zeitpunkt ziemlich egal war. Ich habe insgesamt 3:49:42 h gebraucht, das waren 28 Minuten mehr als im Vorjahr.



Ziemlich fertig aber zufrieden traten wir die Heimreise an. Birgit durfte fahren. Altenberg mit allen Unwägbarkeiten war schon anstrengend, aber so knülle war ich dort, trotz mehr km und hm, nicht.
So lieber Wettergott, bitte am Sonntag 10.06.2011 mal wieder schöneres Wetter. Da geht es in Frauenstein in einer Zeit von zwei Stunden über eine Rundenhatz.

Sport Frei-Diddi

Montag, 27. Juni 2011

Mad East Challenge 500 - Geising / Altenberg 24.06.-26.06.2011

Leider nicht so gelaufen wie gewünscht

In den vergangenen Jahren konnte ich immer nur einzelne Etappen fahren, es ließ sich halt arbeitsmäßig nicht anders einrichten. In diesem Jahr sollte es nun funktionieren alle drei Etappen zu fahren, da der Termin genau in unser Trainingslager, auch Urlaub genannt, fiel. Das Trainingslager diente dann aber doch eher der Erholung und ganz besonders dem Auffüllen der Kohlenhydratspeicher.


So konnten wir also am Freitag Nachmittag in aller Ruhe nach Geising zum abholen der Startunterlagen fahren und noch ein bischen des Fluidums auf uns wirken lassen. Es steckt schon eine riesige Menge an Arbeit auf Seiten des Veranstalters dahinter. Schon mal dafür aller Dank, alles super organisiert und wenn doch mal improvisiert werden musste, kamen alle Infos auch immer an.

1.Etappe-Mad East Prolog / 6,8 km / 242 hm / 24.06.2011

Gestartet wurde in drei Startgruppen, um einen Stau an den Singletrails zu vermeiden. Da die Zeitnahme noch mit dem eingeben der Teilnehmer beschäftigt war, verzögerte es sich alles um 30 Minuten. Die zweite Gruppe startete 17.40 Uhr, in dieser Gruppe starteten die AK Herren und die Master II. Master II war auch meine Altersklasse, hier bei der Mad East geht die von Geburtsjahr 1970 bis open end. Vom Start kam ich gut weg und konnte meine Position halten.



Es ging zunächst über Asphalt bis zum ersten Wiesenweg der gut mit Steinen gesät war. Pünktlich zu unserem Start begann es wie aus Kübeln zu schütten. Da es den ganzen Tag schon solche Ergüsse gab, war die Strecke auch in entsprechendem Zustand. Das konnte ich bereits vor dem Start testen, man konnte die Zeit des warm fahrens gut nutzen, um die 6,8 km lange Runde mal abzufahren. War aber noch alles fahrbar.
Der erste Wiesenweg hatte auch gleich ordentlich Steigung aufzuweisen, die Steine waren durch den Regen ordentlich glatt geworden und genau auf so einem Stück fuhr mir jemand von hinten in mein Rad. Ob er weggerutscht ist oder was auch immer, es ging ruck zuck und ich hatte Bodenkontakt. Naja passiert ja mal, Körper war heil, bis auf ein paar Kratzer und der Lenker des Rades zeigte dorthin wo er sollte, also aufgesattelt und weiter. Doch was war das, aufgesattelt ?? ging irgendwie nicht, denn der Sattel hatte sich mitsamt der Stütze um 45° verdreht. Ich dachte, was sich mit Gewalt verstellt, geht auch wieder mit Gewalt in die richtige Richtung zu bringen, aber denkste. Ich hätte eher meinen Sattel zertstört, als das sich die Sattelstütze wieder in Richtung bringen läßt. Und auf knapp 7 km den Tool zu entfalten wäre noch sinnloser gewesen. Also mußte es so gehen.


Natürlich war in der Zwischenzeit das ganze Feld an mir vorbei gefahren und meine Motivation auf dem Nullpunkt. Na das geht ja gut los. Also zählte ab jetzt der olympische Gedanke. Es ging als weiter bergan bis zur Schaarspitze und dann die alte Naturbobbahn wieder hinunter nach Geising.


Im Ziel war ich vierter in der AK, allerdings diesmal von hinten. Naja die Minuten die mir da fehlten, sollten sich auf den langen Etappen wieder gut machen lassen. Schließlich zählt dann das Ergebnis aller drei Tage. Trotzdem war die Laune im Eimer.


Nach einer gut organisierten Bike Wäsche und dem obligatorischen Nudelgericht traten wir die Heimreise an. Auch 6,8 km langen um sich einzusauen und es sollte ja am nächsten Tag morgens gleich weiter gehen. So galt es natürlich am Abend auch alles wieder auf Vordermann zu bringen. Um 23.00 Uhr stand ich unter der Dusche und spülte alles Geschehene aus meinem Geist.

2.Etappe-Mad East Samstag / 102,7 km / 2559 hm / 25.06.2011

Nach recht kurzer Nachtruhe sollte nun die längste Etappe mit den meisten Höhenmetern auf dem Plan stehen. 10.00 Uhr sollte der Start, wiederum in Geising am Gründelstadion, erfolgen. Der Start wurde um 20 Minuten verschoben, da der Zugverkehr Vorrang hat und wir die Gleise auf freier Strecke zu überqueren hatten. Eine lustige Begebenheit gab es noch auf dem Parkplatz. Mein Parkplatznachbar bemerkte 9.45 Uhr das er seine Radschuhe nicht mit hatte, er fragte ob ich noch mal kurz auf sein Rad aufpassen könne, zum Glück kam er nur aus Altenberg. Durch diesen Umstand und durch die zum Glück verschobene Startzeit fiel das warm fahren recht kurz aus. Das Wetter zeigte sich von seiner besseren Seite, es waren zwar nur 12° C, aber es regnete wenigstens nicht, so wie es die halbe Nacht zuvor durchgeregnet hatte. Durch diese Wetterverhältnisse sollte es doch zum Teil sehr grenzwertige Streckenverhältnisse geben. Ich kenne keinen Marathon der soviel Naturwege hat. Am Ende im Ziel hörte ich wie einer sagte ; "Wem so was Spaß macht der hat doch nicht alle Latten am Zaun". Aber es hat Spaß gemacht !! Alles lief für mich fast perfekt, wo es sich anbot konnten wir gut in Gruppe fahren, die Verpflegungspunkte waren sinnvoll eingerichtet, mit motivierten Helfern, einer guten Auswahl und guten Abständen, die Strecke war ausreichend gekennzeichnet, es gab an einigen Stellen antreibende Zuschauer. Besonders am Wendepunkt in Neuhausen. Da war der Schwartenberglauf und deshalb auch schon bischen mehr Leute auf den Beinen. Dort gab es auch die Festzeltdurchfahrt. Der Schwartenberg war auch, glaube ich, die längste ununterbrochene Bergfahrt. Oben angekommen hatte ich ein Gefühl in den Ohren wie man es vom Fahrstuhlfahren kennt. Diese Steigungen liegen mir und ich konnte etliche Plätze gut machen. Eine ähnlich lange Steigung gab es dann noch mal im Tschechischen, die Dorfstraße in Cesky Jiretin. Dort ging es an Stelle des gefürchteten Flößergrabens entlang.
Alles wäre perfekt gewesen, leider mußte ich in einer verschlammten Abfahrt doch einmal den Waldboden küssen. Mein Vorderad folgte leider nicht meinen Gedanken und so eierte ich links / rechts bis zum letztendlichen Abgang über den Lenker. Mit dem Gesicht aufgeschlagen war für einen Moment kurz Stille und ich dachte mein Helm und Brille sind hin. Aber beides war noch super intakt. Danke Helm ! Scheinbar war doch genug weicher Schlamm unter uns. Der aufgesammelte Dreck machte eh keinen Unterschied zum dem was schon anhaftete. Und die Kratzer im Gesicht spürte ich erst abends unter der Dusche. Also weiter gings.

Man kann einfach durchfahren...



muß aber aufpassen den rechten Weg nicht zu verlassen !


Nach 5:58 h erreichte ich das Ziel in Geising. Damit erreichte ich genau die Mitte des Starterfeldes, bzw. der Altersklasse. Zufrieden stellte ich mich an der Bikewäsche an, aber von den noch 5 am Vortag funktionierenden Kärchern gingen noch zwei, bei einem vielleicht doppelt so großen Starterfeld. In 30 Minuten zwei Meter gerückt, nein danke, also alles ins Auto gepackt und zur Tankstelle. Letztendlich stand ich selbst gg. 22.00 Uhr unter der Dusche und konnte, trotzdem zufrieden, meine Wunden pflegen. Meine Motivation für den kommenden Tag war Klasse und körperlich ging es auch noch ganz gut.

3. Etappe-Mad East Sonntag / 75,5 km / 1948 hm / 26.06.2011

Am Abend vorher und am Morgen die Kohlenhydratspeicher gut gefüllt ging es nach Altenberg. Das Wetter zeigte sich von einer mießen Seite, es regnete und nieselte und je weiter man ins Gebirge kam um so besch... wurde es. Ich wartete bis 9.40 Uhr im Auto, 10.00 sollte Start sein. Brille konnte man bei so einem Wetter von vorherein vergessen, den Rest fertig gemacht und ab auf`s Rad, bischen anheizen und zur obligatorischen Blasenentleerung. Nach dieser kurzen Pause setzte ich mich doch frohen Mutes auf das Rad, doch was war das, ich dachte biste jetzt zu blöd zum einklicken, rechts wollte das Pedal keinen Halt finden. Beim Blick unter den Schuh schlief mir das Gesicht ein.


Beide Schrauben der Cleatbefestigung waren abgebrochen. Irgendwann fiel mir Roland Kaisers Textzeile
" Das kann doch wohl nicht war sein, daß man so schnell total den Halt verliert" ein. Doch es kann !! Damit waren alle Träume ausgeträumt. Noch nie hatte ich sowas am Schuh erlebt und deshalb natürlich auch keinen Ersatz dabei. Ich bin dann zur Rennleitung und habe mich wegen technischem Defekt abgemeldet. Ob der technische Support vor Ort hätte helfen können habe ich mir erst später überlegt, aber der Start war sowieso schon Geschichte. Bischen froh war ich aber auch, denn ich hätte mir nicht vorstellen wollen, wenn alles im tschechischen passiert wäre. Ich habe mich dann ins Auto gesetzt und bin nach Kipsdorf gefahren und habe dort noch ein bischen Zuschauer gespielt. Nach kurzen Intermezzo zu Hause sind wir dann noch mal gemeinsam nach Altenberg gefahren und haben die Ankunft der Kämpfer gefeiert. Und außerdem, ich hatte ja schließlich noch einen Nudelgutschein.
Insgesamt also ein durchwachsenes Wochenende und Altenberg/Geising, ich habe noch eine Rechnung offen ! Am kommenden Sonntag steht nun der Kamm-Bike-Cross in Johanngeorgenstadt vor der Tür, da gibt es auch wieder eine AK Wertung nach BDR Reglement. Also Angriff ist angesagt !

Diddi